5.1 Oszillatoren / Indikatoren

Oszillatoren sind hilfreiche Analysewerkzeuge in sich seitwärts bewegenden Märkten (trendlos). Während solcher Marktphasen verlaufen die Kurse innerhalb eines Preisbandes bzw. einer sog. Trading Range, was die sinnvolle Anwendung der trendbasierten Chartanalyse, wie Schulter-Kopf-Schulter, Dreiecke, Rechtecke etc., nahezu ausschließt. Demgegenüber ermöglicht der Gebrauch von Oszillatoren in trendlosen Markphasen Profite zu realisieren.

 

 

Auf den nachfolgenden Seiten wird der Gebrauch von Oszillatoren für Märkte, die sich in einem Trend befinden (trendfolgend) in Verbindung mit dem Kurs-Chart dargestellt. In dieser Kombination machen Oszillatoren auf kurzfristige Extrempunkte aufmerksam, welche überkaufte bzw. überverkaufte Kursbereiche markieren. Es kann festgestellt werden, ob Trends an Geschwindigkeit verlieren bzw. ob ein Trend mit seiner ganzen Eigendynamik nach wie vor vorhanden ist.

Momentumverluste werden dabei zunächst von Oszillatoren angezeigt bevor sie auf den Kurscharts sichtbar werden. Daneben werden mit Hilfe von Oszillatoren Divergenzen identifiziert (Auseinanderlaufen von Kurschart und Oszillatorenchart), insbesondere wenn Auf- bzw. Abwärtstrends unmittelbar vor Beendigung stehen.

Der Gebrauch von Oszillatoren in Verbindung mit Trends Oszillatoren sind zweitrangige Indikatoren, da sie der klassischen charttechnischen Trendanalyse untergeordnet werden sollten. Wichtig beim Oszillatorengebrauch ist seine Tradingentscheidungen stets in Richtung des vorrangigen Trends im Kurschart festzumachen.

Daneben ist das Signifikanzniveau von Oszillatoren abhängig von bestimmten Marktphasen. Beispielsweise sind Oszillatoren am Trendanfang oft wenig hilfreich und können sogar zu falschen Schlussfolgerungen führen. Am Ende eines Trendverlaufes ist der Einsatz von Oszillatoren hingegen besonders wertvoll.

Oszillatoren können unterhalb des Kurscharts abgebildet werden. Die Hoch- und Tiefpunkte des Kurscharts stimmen mit den Hoch- und Tiefpunkten des Oszillatorenchartbildes weitgehend überein. Ausnahme bilden Divergenzen, welche durch ein Auseinanderlaufen von Kurschart und Oszillatorenchart gekennzeichnet werden.

Viele Oszillatoren markieren auf der Ordinate (y-Achse) einen Mittelpunktwert, welcher in Form einer horizontalen Mittelpunktlinie das Oszillatorenchartbild in zwei Hälften untergliedert. Sobald ein Oszillator ein Hoch- oder Tiefpunkt (sog. Extrempunkt) am oberen- bzw. unteren Ende des Preisbandes erreicht, deutet dies an, dass die Kursbewegung zu weit gegangen ist und eine unmittelbare Korrekturbewegung in Form eines entgegengesetzten Trends oder einer Seitwärtsbewegung bevorsteht.

Kaufentscheidungen erscheinen sinnvoll, wenn sich der Oszillator an der unteren Oszillatorengrenze befindet, Verkaufentscheidungen an der oberen Oszillatorengrenze. Daneben wird das Durchbrechen der horizontalen Mittelpunktlinie nach oben bzw. unten von vielen Oszillatoren als ein Kauf- bzw. Verkaufsignal interpretiert.

Gebrauch von Oszillatoren in trendfolgenden Märkten (Zusammenfassung):

  • Wenn Oszillatoren Werte an der oberen- bzw. unteren Oszillatorengrenze (Extrempunkte) markieren, werden überkaufte- bzw. überverkauften Bereiche ausgebildet. Dies bedeutet der Trend ist überzogen und verwundbar.
  • Eine Divergenz (Auseinanderlaufen von Oszillatorenchart und Kurschart) wird als Warnsignal betrachtet, wenn sich der Oszillator an einem Extrempunkt (Hoch- oder Tiefpunkt) befindet.
  • Das Durchbrechen der Mittelpunktlinie generiert in vielen Fällen Kauf- bzw. Verkaufsignale in Richtung des vorrangigen Trends des Kurscharts.