3.2 Trendlinien

Trendlinien sind wichtige Werkzeuge, um Trends zu identifizieren und zu bestätigen. Eine Trendlinie ist eine Strecke, die mindestens zwei Preispunkte eines Charts direkt miteinander verbindet und sodann weiter in die Zukunft gezogen wird, um als Unterstützungs- oder Widerstandslinie zu fungieren.

Im Gegensatz zu technischen Unterstützungs- oder Widerstandslinien, weisen sie immer eine positive oder negative Steigung auf. Eine steigende Trendlinie besitzt eine positive Steigung und wird gebildet, in dem mindestens zwei Tiefpunkte direkt miteinander verbunden werden.

Die Trendlinie wird durch die Tiefs der Bars/Candlesticks gezeichnet. Eine intakte Trendlinie benötigt mindestens 3 Kontakte.

Um eine positive Steigung sicherzustellen, muss der zweite Tiefpunkt (die historisch jüngere Kursnotierung) höher sein als der erste Tiefpunkt (die historisch ältere Kursnotierung). Bei mehr als zwei Preispunkten gilt für den dritten Tiefpunkt entsprechend, dass er höher sein muss als der vorangegangene zweite Tiefpunkt, etc.

Ansteigende Trendlinien sind Unterstützungen und implizieren einen steigenden Nachfrageüberschuss:
ΔN = [Nachfrage bzw. Kaufaufträge minus Angebot bzw. Verkaufsaufträge]

Bemerkenswert ist, dass ΔN (Delta N) größer wird, obwohl sich die Kurse sukzessiv erhöhen. Steigende Preise kombiniert mit einem sich ausweitenden Nachfrageüberschuss wird als starkes Kaufsignal interpretiert und demonstriert Entschlossenheit auf der Käuferseite.

Der Aufwärtstrend ist intakt, solange die Preise über der Trendlinie notieren. Ein Durchbruch nach unten unter die Trendlinie bedeutet, dass sich der Nachfrageüberschuss ΔN verringert und ein Trendwechsel unmittelbar bevorstehen könnte.

Eine fallende Trendlinie besitzt eine negative Steigung und wird gebildet, in dem mindestens zwei Hochpunkte direkt miteinander verbunden werden. Um eine negative Steigung sicherzustellen, muss der zweite Hochpunkt (die historisch jüngere Kursnotierung) tiefer sein als der erste Hochpunkt (die historisch ältere Kursnotierung). Bei mehr als zwei Preispunkten gilt für den dritten Hochpunkt entsprechend, dass er tiefer sein muss als der vorangegangene zweite Hochpunkt, etc.

Fallende Trendlinien fungieren als Widerstände und implizieren einen sich ausweitenden Angebotsüberschuss:
ΔA = [Angebot bzw. Verkaufsaufträge minus Nachfrage bzw. Kaufaufträge]

Analog gilt das ΔA (Delta A) größer wird, obwohl die Kurse kontinuierlich sinken. Fallende Kursnotierungen kombiniert mit einem sich ausweitenden Angebotsüberschuss ist ein starkes Verkaufsignal und demonstriert Entschlossenheit auf der Verkäuferseite.

Solange die Kurse unter der Trendlinie notieren, wird der Abwärtstrend als intakt betrachtet. Ein Durchbruch nach oben über die Trendlinie bedeutet, dass sich das Angebotsüberschuss ΔA verringert und ein Trendwechsel unmittelbar bevorstehen könnte.