5.8 Stochastik
Der Stochastik-Oszillator besagt, dass während Aufwärtstrends Schlusskurse tendieren näher am oberen Ende einer Preisspanne zu notieren. In Abwärtstrends neigen Schlusskurse dazu näher am unteren Ende einer Preisspanne zu notieren.
Als Oszillatorenlinien werden die %K-Linie und die %D-Linie berechnet, wobei die %D-Linie ein höheres Signifikanzniveau besitzt. Anschließend wird der letzte Schlusskurs in Verbindung mit der Preisspanne eines gegebenen Beobachtungszeitraumes ermittelt. In der Praxis ist 14 der gängigste Wert für den Beobachtungszeitraum. Um die %K-Linie zu bestimmen, welche gleichzeitig die sensiblere Linie ist, wird folgende Formel benutzt:
%K = (C – L14) x 100 / (H14 – L14)
%K = %K-Stochastik-Oszillator
C = letzter Schlusskurs
L14 = Tief der letzten 14 Perioden*
H14 = Hoch der letzten 14 Perioden*
*Perioden können sein: Minuten, Stunden, Tage, Wochen oder Monate etc.

Die Formel misst die prozentuale Beziehung zwischen Schlusskurs und Preisspanne des Beobachtungszeitraumes. Ein hoher Wert (>80) platziert den %K-Wert am oberen Ende der Preisspanne, während ein niedriger Wert (<20) den %K-Wert am unteren Ende der Preisspanne ansiedelt.
Die %D-Linie ist ein 3-Perioden Gleitender Durchschnitt der %K-Linie und wird in Kombination mit der %K-Linie Fast-Stochastik (schnelle Stochastik) bezeichnet. Ein 3-Perioden gleitender Durchschnitt der %D-Linie wird zusammen mit der %K-Linie als Slow-Stochastik (langsame Stochastik) und geglättete Version bezeichnet. Oft wird die Slow-Stochastik der Fast-Stochastik vorgezogen, da sie in der Regel zuverlässigere Kauf- und Verkaufsignale generiert.
Fast Stochastik bzw. Slow-Stochastik produzieren zwei Linien, welche auf der y-Achse im Wertebereich 0-100 oszillieren. Die %K-Linie ist die schnellere Linie, während die %D-Linie als langsamere Linie bezeichnet wird. Es wird insbesondere auf Divergenzen der %D-Linie und dem Kurschart geachtet, sobald sich die %D-Linie in überkauften- bzw. überverkauften Bereichen befindet.
Überkaufte Bereiche werden durch Oszillatorenwerte größer als 80 definiert, überverkaufte Bereiche durch Oszillatorenwerte kleiner als 20.
Eine positive (bullische) Divergenz tritt auf, wenn sich die %D-Linie unter dem Wert 20 befindet und zwei Tiefpunkte mit ansteigender Tendenz ausbildet, während die Kursnotierungen weiter sinken. Ein Kaufsignal wird ausgelöst, sobald die schnellere %K-Linie die langsamere %D-Linie nach oben durchbricht.
Eine negative (bärische) Divergenz findet statt, wenn sich die %D-Linie über dem Wert 80 befindet und zwei Hochpunkte mit fallender Tendenz generiert, während der Kurschart weiter steigt. Ein Verkaufsignal wird ausgelöst, sobald die schnellere %K-Linie die langsamere %D-Linie nach unten durchbricht.