Mit getrennten Konten handeln
Eine sehr effektive Strategie, um striktes Risiko Management einzuhalten, ist seine Trades auf drei verschiedene Konten aufzuteilen. Dazu ist es nicht erforderlich bei drei verschiedenen Brokern ein Konto zu eröffnen. So kann man beispielsweise bei Brokern wie Oanda oder Marketindex Unterkonten (Sub-Accounts) einrichten.
Nehmen wir an es stehen EUR 6.000 an Startkapital zur Verfügung und es wurden drei Konten eingerichtet: Ein konservatives-, ein halbspekulatives und ein spekulatives Konto. Die Hälfte, also EUR 3.000 kommt auf das konservative Konto, ein Drittel, EUR 2.000, auf das halbspekulative Konto und ein Sechstel, EUR 1.000, auf das spekulative Konto.
Mit dem konservativen Konto werden Trades basierend auf dem Tages-Chart gehandelt, z.B. 19Uhr Signale. Mit dem halbspekulativen Konto geht man mit dem Zeithorizont herunter auf den 1 Stunden oder 4 Stunden Chart, z.B. Auto Signale. Mit dem spekulativen Konto handelt man nur 1 Währungspaar, z.B. EUR/USD auf dem 15- oder 30 Minuten Chart. Daneben wird das spekulative Konto mit psychologischen Stop-Loss (=kein fester Stop-Loss) gehandelt im Gegensatz zum konservativen- und halbspekulativen Konto.
Wichtig ist nach einem Monat oder auch einer Woche die ursprüngliche Gewichtung der Konten wieder herzustellen.
1. Monat
Mit dem konservativen Konto konnte man im vergangenen Monat 6% erzielen und der aktuelle Kontostand beträgt EUR 3.240. Mit dem halbspekulativen Konto wurden 10% erzielt, aktueller Kontostand EUR 2.200. Das spekulative Konto ist besonders gut gelaufen und hat 30% erwirtschaft und ist auf EUR 1.300 angewachsen.
Der Gesamtstand beträgt EUR 6.740 und wird für den neuen Monat aufgeteilt, d.h. EUR 3.370 (1/2 von 6.740) auf das konservative Konto, EUR 2.246,67 (1/3 von 6.740) auf das halbspekulative- und EUR 1.123,33 (1/6 von EUR 6.740) auf das spekulative Konto.
Spekulativen Gewinne werden in ein sicheres Fahrwasser gebracht und nicht wieder an den Markt zurückgegeben.
2. Monat
Das konservative Konto ging um 2% rauf auf EUR 3.304,80, das halbspekulative Konto hat 4% an Wert verloren auf EUR 2.131,61 und beim spekulativen Konto gab es einen GAU, da durch eine überraschende Zinsentscheidung EUR/USD innerhalb von wenigen Minuten um 400 Pips gestiegen ist. Da mit psychologischen Stop-Loss gehandelt wird, hatte man fast keine Chance gehabt zu reagieren. Das Ergebnis -80% und ein Rückgang auf EUR 224,67.
Der Gesamtstand der Konten beträgt EUR 5.661,08 und wird für den nächsten Monat aufgeteilt, d.h. EUR 2.830,54 (1/2 von 5.661,08) auf das konservative Konto, EUR 1.887,03 (1/3 von 5.661,08) auf das halbspekulative- und 943,51 (1/6 von EUR 5.661,08) auf das spekulative Konto.
Der Margin Call beim spekulativen Konto verliert an Stärke und wirkt wie ein Katastrophen Stop-Loss.
Der Gesamtschaden konnte gering gehalten werden.
Wer mit psychologischen Stop-Loss ein wenig Übung hat und die aktuelle Marktlage kennt, bekommt selbst in dem oben genannten Szenario keinen Margin Call. Die Renditesteigerung durch die Anwendung von psychologischen Stop-Loss kann sehr beträchtlich ausfallen.