Goldpreis in Euro kurz vor 1.300 € durch Leitzins

Der Goldpreis in Euro klettert fünf Handelstage hintereinander und nähert sich mit Riesenschritten der Marke von 1.300 Euro. So klettert das gelbe Edelmetall von 1.234,14 auf 1.282,36 Euro (+3,91 Prozent) zwischen dem 21. November und dem 28. November 2011. Am Goldmarkt wollen Finanzinvestoren wieder einen Fuß in die Tür bekommen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat klargemacht, dass sie den Leitzins nach unten schraubt.

Im Euroraum steigt die Geldmenge mit einer Geschwindigkeit von +2,6 Prozent zwischen Oktober 2010 und Oktober 2011. Analysten hatten mit einer kräftigeren Erhöhung um +3,4 Prozent gerechnet. Das langsamere Geldmengenwachstum erhöht den Handlungsspielraum der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Blick auf den Leitzinssatz. So lindert sich der Inflationsdruck und macht eine laxere Geldpolitik möglich. Zwar erwarten EZB-Beobachter noch keinen Zinsschritt beim nächsten Treffen der Währungshüter am 8. Dezember 2011. Allerdings muss mit einer Leitzinssenkung von 1,25 auf 1,00 Prozent gleich zu Beginn des Jahres 2012 gerechnet werden.

Offene Geldschleusen spiegeln sich in einem steigenden Goldpreis wieder. Analysten wollen mittlerweile auch nicht mehr ausschließen, dass die EZB den Leitzins auf 0,50 Prozent senkt. Nach der Finanzkrise 2008/09 hatte die Zentralbank bei 1,00 Prozent eine Linie in den Sand gezogen, was hauptsächlich auf den ehemaligen Bundesbank-Chef und EZB-Ratsmitglied Axel zurückging. Weil es sich bei der Schuldenkrise jedoch nach Definition von Alt-Notenbankchef Jean-Claude Trichet um die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg handelt, könnte die EZB noch weiter runter gehen.

Voraussetzung für Leitzinsen mit einer Null vor dem Komma ist eine sinkende Inflationsentwicklung. Bisher liegt die Teuerung im Euroraum noch recht hoch bei 3,0 Prozent. In Deutschland steigen die Verbraucherpreise mit einem Tempo von +2,4 Prozent, so dass Bundesbank-Präsident Jens Weidmann durchaus Spielraum hätte Zinssenkungen im EZB-Rat zuzustimmen. Aufgrund der wirtschaftlichen Abkühlung und zwei negativen Wachstumsquartalen in Folge (Rezession) bestehen auf mittlere Sicht keine Inflationsgefahren.