US: Leistungsbilanz (Current Account)

Veröffentlichung: Vierteljährlich, ca. 2,5 Monate nach Quartalsende
Quelle: US-Handelsministerium
Priorität: Mittel

Die Leistungsbilanz stellt alle Transaktionen dar, die mit der Leistungserstellung einer Volkswirtschaft verbunden sind. Auch wenn die Daten zu Leistungsbilanz bis zu 5 Monate und älter sind, ist das US-Leistungsbilanzdefizit ein Dauerthema an den Finanzmärkten. Die USA importieren mehr Güter und Dienstleistungen als sie exportieren. Dies hängt mit der Struktur der amerikanischen Volkswirtschaft zusammen, in welcher die Konsumkomponente des Bruttoinlandsproduktes mehr als 60% ausmacht.

Daneben beinhaltet die Leistungsbilanz die Kapitalertragsbilanz. Sie umfasst Kapitalerträge, wie beispielsweise Erwerbs- und Vermögenseinkommen, aus dem Ausland bzw. an das Ausland.  Die Bilanz der laufenden Übertragungen enthält einseitige Zuweisungen, wie laufende öffentliche Leistungen an das Ausland.

Einfluss EUR/USD
Ein wachsendes US-Leistungsbilanzdefizit ist grundsätzlich negativ für den US-Dollar. Ein fallendes Leistungsbilanzdefizit kann positiv und negativ sein. Es kommt auf das Szenario an. Reduziert sich das Leistungsbilanzdefizit aufgrund einer Rezession in den USA, ist dies Dollar negativ. Verringert sich das Defizit, weil eine vergleichsweise große internationale Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen aus den USA besteht, steigt der US-Dollar.

Die Leistungsbilanz isoliert zu betrachten kann irreführend sein. Sinnvoll ist besipielsweise die Wachstumsraten von Leistungsbilanz mit den Wachstumsraten der Kapitalzuflüssen aus dem Ausland aus der TIC Statistik zu vergleichen. Wenn Nettokapitalzuflüsse schneller wachsen als das Leistungsbilanzdefit, ist dies US-Dollar positiv zu werten. Ein schnelleres Wachstum des Leistungsbilanzdefizits im Vergleich zu den Nettokapitalzuflüssen ist hingegen US-Dollar negativ.