Stop-Hunting

Zuvor haben wir gesehen, dass der Broker als Market-Maker gegen Sie tradet. Dies geschieht am sogenannten Dealing-Desk bzw. Trading-Desk des Retail-Brokers. Vollkommen normal ein Wettbüro wettet auch gegen seine Kunden, eine Versicherung setzt darauf dass der Schadensfall nicht eintritt etc.

Doch wie könnte ich als FOREX-Broker meinen Gewinnziel schneller erreichen? Der Broker kann und darf ja nicht Ihre Position schließen (außer wenn keine Margin mehr zur Verfügung steht).
 

Aufgrund des Hebeleffektes muss man mit Stop-Loss handeln
Ansonsten besteht die Gefahr sein gesamtes Kapital in einem Trade zu verlieren. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Stop-Loss:
- Fester Stop-Loss
- Psychologischer Stop-Loss

Ein fester Stop-Loss wird zusammen mit der Kauf- oder Verkaufsorder in die Ordermaske des Brokers eingegeben und schließt die Position automatisch. Ein psychologischer Stop-Loss wird oft durch ein audiovisuellen Alarm ausgelöst und macht den Trader darauf aufmerksam, dass eine bestimmte Kursschwelle erreicht ist. Der Trader schließt daraufhin seine Order manuell.

Wenn man einen festen Stop-Loss eingibt, sagt man seinem Broker, an welcher Stelle man aussteigt. Da der FOREX-Markt wenig reguliert ist und die Spreads bei sogenannten News-Ereignissen oder hoher Volatilität vom FOREX-Broker erweitert werden, ist es gängige Praxis, dass ein FOREX-Broker die Spreads erhöht, um die automatischen Stop-Loss Aufträge seiner Kunden auszulösen.
 

Dies nennt man Stop-Hunting. Wie erkenne ich das?
Am besten durch das Beobachten von Candlesticks auf kurzfristigen Charts, welche einen langen Hals haben (Spikes). Wenn man Zugriff auf die Kurse vom Interbanken-Handel hat (EUR/USD Spreads zwischen 0-1 Pips) und diese Realtime mit den Kursen vergleicht welcher der FOREX-Broker stellt, kann man Stop-Hunting live mitverfolgen.

Als Kunde eines Retail-Brokers kann man nur davon abraten News-Ereignisse zu traden. Das Setzen von psychologischen Stop-Loss birgt enorme Risiken und Gefahren (Position wird nicht rechtzeitig geschlossen). Und beim Setzen von automatischen Stop-Loss leisten Sie quasi einen Offenbarungseid gegenüber Ihrem Broker.