Schaufenster-Trading

Sie haben bestimmt schon einmal im EU-Ausland am Flughafen gestanden und Geld bei einer Wechselstube umgetauscht. Das ist genau FOREX-Trading für die meisten privaten Trader.

Die Wechselstube lebt davon, dass Sie von Ihnen Euros ankaufen kann um an den nächsten Kunden, der eventuell nach Deutschland, fliegt Ihre Euros wieder zu verkaufen. Die Differenz ist der Gewinn der Wechselstube.

Ein FOREX-Broker macht genau das Gleiche. Wenn Sie 1 Lot EUR/USD bei 1,6000 kaufen sucht er eine passende Order von einem anderen Kunden der EUR/USD bei 1,6000 verkaufen will. Er "matcht" die beiden Orders und verdient den Spread.

Nun ist zu jeder Order natürlich nicht immer das passende Gegenstück vorhanden. FOREX-Broker mit einer großen Kundenzahl haben sicherlich mehr Möglichkeiten als kleine Broker (Im Web auch häufig als Bucket-Shops bezeichnet).

Was macht der Broker nun? Bei Anfängern nimmt er die entgegensetzte Position. Ihr Verlust = Sein Gewinn. 95% aller Trader machen Verluste!
 

Was ist wenn Sie zu den 5% gehören die Gewinne machen?
Wenn die Kauforder von 1 Lot EUR/USD bei 1,6000 von einem solchen Kunden kommt, weiß der Broker, wenn er die Gegenposition einnimmt, fährt er mit großer Wahrscheinlichkeit ein Verlust ein.

Daher gibt er die Order an den Interbanken-Handel weiter und kauft dort entsprechend 1 Lot gegen Kommission und Spread. Die Kommission und Spread ist niedriger als der Spread den der Broker seinem Kunden berechnet. Jedoch ist der verbleibende Gewinn für den Broker  vergleichsweise gering. Er könnte nicht davon leben nur 5% Kunden zu haben.
 

Warum Schaufenster Trading?
Wie gesehen sieht der Grossteil der Orders nicht den Interbanken-Handel. FOREX-Broker erwecken jedoch den Eindruck auf Ihren Webseiten und den sehr guten Tradingplattformen, Kunden würden genau dort traden. Dies ist falsch.

Auf den Webseiten ist zu lesen, dass der FOREX Markt ca. USD 3,08 Billionen Volumen täglich im Durchschnitt generiert (Stand: April 2007). 1,9 Billionen ist eine veraltete Zahl und wir immer noch auf vielen Webseiten verwendet. Im übrigen sind es "nur" täglich ca. USD 1,3 Billionen am Kassamarkt. Die Bank for International Settlement in Basel (BIS) versucht das tägliche Volumen aufzuzeichnen und gibt alle 3 Jahren einen Bericht heraus. Daher stammen die Zahlen.

Aber wie gesehen, der grösste Teil der Orders von privaten Tradern wird nie in den Statistiken auftauchen. Deswegen Schaufenster-Trading. Es wird der Eindruck erweckt man würde mit Institutionellen auf der gleichen Stufe stehen. Dies ist nicht der Fall.