FOREX Handelsvolumen
Der Vorteil eines geregelten Marktes (z. B. des Aktienmarktes) mit Öffnungszeiten ist, dass man Informationen zu Ordervolumen bekommt. Nicht nur für charttechnisch orientierte Investoren bzw. Trader sind Volumeninformationen sehr wertvoll. Wird z.B. der Bruch eines charttechnischer Widerstand von steigendem Volumen begleitet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen nachhaltigen Ausbruch nach oben handelt.
Keine Informationen zu Volumen bei Forex
Leider haben nur die Banken, welche am Interbanken Handel teilnehmen Zugriff auf verlässliche Volumeninformationen im Währungshandel. Ein Forex Broker bekommt diese Informationen nicht und daher gibt es (fast) keine Möglichkeit an verlässliche Volumeninformationen zu kommen. Einige Forex-Broker, die über Metatrader handeln bieten Ordervolumina, allerdings beschränken sich diese Informationen auf das Orderbuch des Forex Brokers, welches wenig Rückschlüsse über die Handelsvolumina am Interbanken-Handel gibt.
Wie man trotzdem Rückschlüsse über das Volumen bekommen kann
Neben sogenannten Forex Retail Brokern mit festem Spread, drängen mehr und mehr sogenannten ECN-Broker auf den Markt (ECN = Electronic Communication Network). Bei ECN Broker ist der Spread flexibel und es wird eine Kommision berechnet für jeden Trade wie im Interbanken Markt. Bei einem ECN-Broker sieht man die Markttiefe und bekommt einen Anhaltspunkt, ob das Volumen eher hoch oder niedrig ist. Ein ECN-Broker leitet die Kundenorders direkt an die mit ihm verbundenen Bank am Interbanken Handel weiter und greift nicht manuell ein, wie dies ein Forex-Broker am Dealing- bzw. Trading Desk in der Regel tut.
Wenn man auf Basis von Tagescharts tradet, kann man sich relevante Volumeninformationen von ETF´s (Exchange Traded Funds) ableiten. Diese ETF´s bilden in der Regel Hauptwährungspaare ab. Allerdings sind Volumeninformationen abgeleitet von ETF´s aus meiner Sicht nur für EUR/USD und USD/JPY sinnvoll.
Falls man schon ein wenig länger tradet, kann man Rückschlüsse über Volumina an der Geschwindigkeit einer Kursbewegung erhalten und der Tageszeit. Vor dem Ausbrechen 2. Welle der Finanzkrise ab September 2009, war es in der Regel so, dass in der Vormittags London-Session hohes Volumen generiert wurde sowie wenn sich London- und New York Session überschneiden. Durch die Finanzkrise hat sich dies eine wenig verändert und oft wurde die Tages-Volumenhochs während der New York Session generiert, nachdem London bereits geschlossen war.
Wenn die Finanzkrise in 2009 an Bedeutung verliert, wird die London-Session sicherlich wieder an Relevanz hinzugewinnen.