Eurokurs wieder im Plus nach Feiertags-Rücksetzer

Die europäische Gemeinschaftswährung hat ihre Klettertour fortgesetzt. Nachdem am Vortag der Eurokurs ein wenig unter Verkaufsdruck geraten war gegenüber dem Dollar, Schweizer Franken und dem Japanischen Yen, konnte die Einheitswährung erneut zulegen. Aufgrund eines Feiertages in den Vereinigten Staaten war die Kursentwicklung am Montag wenig aussagekräftig.

So kletterte der Euro im europäischen Handel am Dienstag über 1,34 Dollar. Der Eurokurs zum Schweizer Franken stieg über die Marke von 1,28 CHF und der Euro Yen Kurs knackte das Niveau von EUR/JPY 110. Nach der geldpolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) ist der Euro Yen Kurs verstärkt in das Interesse langfristig orientierter Devisenhändler gekommen.

So erklärte der Abteilungsleiter für Währungen von der DWS, Dirk Aufderheide, dass er den Euro gekauft und gleichzeitig den Japanischen Yen verkauft habe. Der Zinsunterschied zwischen dem europäischen- und japanischen Währungsraum spräche für die Gemeinschaftswährung, sagte Aufderheide dem Finanzdienst Bloomberg am 13. Januar 2011.

EZB-Präsident Jean Claude Trichet hatte zuvor auf der sitzungsfolgenden Pressekonferenz indirekt eine Leitzinsanhebung in Aussicht gestellt. Wenn sich der Inflationsdruck erhöhe und die Preisstabilität gefährde, dann würde die Notenbank handeln. Das EZB Gremium wäre in Bezug auf die künftige Zinshöhe niemals voreingenommen. Die Inflationsrate im Euroraum liegt derzeit bei +2,2 Prozent und damit über der EZB-Zielmarke von zwei Prozent.

Im Euroraum befindet sich der Leitzinssatz bei 1,00 Prozent, in Japan bei 0,10 Prozent. Aus dem Blickwinkel einer Liquiditätsanalyse spricht die angekündigte, restriktivere Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank für eine deutliche Aufwertung bei der Euro Yen Kursentwicklung. Händler rechnen mit Euro Yen Wechselkursen über 115 bzw. 120 Yen bis zum Anfang des zweiten Quartals 2011.

Insgesamt hat sich in der letzten Woche die Lage beim Eurokurs signifikant verbessert. Neben den Kommentaren aus der Europäischen Zentralbank hat auch eine Abschwächung der Staatsschuldenkrise dazu beigetragen. Portugal, Spanien und Italien konnten sich erfolgreich und problemlos durch die Platzierung von Staatsanleihen frisches Kapital beschaffen.