Euro USD nähert sich Durchschnitts-Kurs von 1,20

Am Devisenmarkt geht es dem Euro an den Kragen. Die Dollarkurs Entwicklung ringt der Gemeinschaftswährung Cent um Cent ab und sorgt für einen Bruch der Marke bei EUR/USD 1,30. Wenn es nach den Großspekulanten ginge, dann stünde der Euro Umrechnungskurs bereits bei 1,20 USD. Unterdessen wiederholt der Chef des weltweit größten Hedge Fonds im Bereich Währungen, John Taylor, seine Dollarkurs Prognose von EUR/USD 1,00 (Parität).

Die Differenz zwischen EUR/USD Kauf- und Verkaufskontrakte von spekulativen Konten an der Terminbörse in Chicago (CME) fällt auf ein Rekordtief. Der Saldo sinkt um -21,55 Prozent auf -116.457 Kontrakte. Hedge Fonds wetten derzeit noch stärker auf einen Sinkflug beim Euro USD Kurs als vor 18 Monaten. Im Juni 2010 fiel der Wechselkurs auf EUR/USD 1,1877 mit einem Terminmarkt-Saldo von -113.890 Kontrakten.

Wie explosiv die Lage beim EUR/USD Wechselkurs derzeit ist, zeigt auch die Geldstrom-Statistik der Europäischen Zentralbank (EZB). Als die Finanzmarkt-Turbulenzen im Sommer hochkochten, führte dies zu Rückflüssen von Kapital in die Eurozone. Um sich gegen die Schuldenkrise zu wappnen, haben Banken und Versicherungen im erhöhten Umfang Vermögensgegenstände im Nicht-Euroland verkauft und die Erlöse in die Eurozone transferiert.

Dollarkurs Prognose 2012

Im August 2011 war dieses Rückfluss mit 65,9 Milliarden Euro zehnmal so hoch wie der normale Monatsdurchschnitt. Dies half dem Euro dabei am 29. August 2011 auf 1,4548 Dollar zu klettern. Im September kam dem der Gemeinschaftswährung ein Netto-Geldstrom in Höhe von 11,9 Milliarden zugute.

In den nächsten Monaten dürften die hohen Zuflüsse abreißen. Zwar müssen viele Banken Tafelsilber verkaufen, um die von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) geforderte Eigenkapitalquote von neun Prozent bis Jahresmitte 2012 zu erreichen. Allerdings rechnen Devisenexperten nur mit einem überschaubar positiven Effekt für den Euro USD Wechselkurs.

Damit ist der Weg frei für eine weitere Abwertungsrunde-Runde. Angesichts der Schuldenkrise erscheint der Euro auch bei 1,30 Dollar noch sehr hoch bewertet zu sein. Ein Zurückweichen auf den langjährigen Durchschnittskurs bei EUR/USD 1,21 erscheint auch plausibel, weil durch einen weicheren Euro das krisengeschüttelte Südeuropa ein wenig an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Nicht-Euroländern zurückgewinnen könnte.