Euro Kursentwicklung 2011 profitiert zum Halbjahresende

Am letzten Handelstag der ersten Jahreshälfte 2011 macht die Euro Kursentwicklung Boden gut gegenüber dem Schweizer Franken (SFr). Der Eurokurs SFr klettert auf 1,2244 und erreicht ein 2,5 Wochenhoch. Zum Wochenauftakt wurde der Wechselkurs noch bei EUR/CHF 1,1806 gehandelt. Händler berichten, dass die Zustimmung der griechischen Parlamentarier zum Sparpaket die Stimmung zu Gunsten der europäischen Einheitswährung entscheidend verbessert habe.

Die Erleichterung an den Finanzmärkten ist groß, weil sich Griechenland nicht selbst den Geldhahn zudrehte und in eine unkontrollierte Staatspleite manövrierte hat. Ohne die Zustimmung des Parlamentes hätte es zunächst keine weiteren Finanzhilfen von der Eurogruppe und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gegeben. Es wurde befürchtet, dass eine Pleite Griechenlands ähnliche Auswirkungen haben könnte wie die Insolvenz der US-Investment Bank Lehman Brothers im September 2008.

Der Schweizer Franken Kurs gibt in erster Linie nach, weil vielen Investoren ihre Wetten auf die eidgenössische Währung auflösen und den Euro zurück kaufen müssen. In den letzten Wochen hätten Anleger den „sichern Hafen“ Schweizer Franken gekauft, sagte der Devisenstratege Ron Levin von Morgan Stanley. Was man aktuell beobachten sei eine Rückabwicklung dieser EUR/CHF Verkaufspositionen, weil sich die Stimmung der Investoren verbessere.

Konjunkturlokomotive

Zusätzlich wird die Euro Kursentwicklung durch robuste Konjunkturdaten aus der Bundesrepublik Deutschland gestützt. Die Arbeitslosenrate in der größten Volkswirtschaft der Eurozone verringerte sich um 0,1 Prozent auf 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat reduzierte sich die Zahl der Erwerbslosen um 67.000 auf 2.893.000. Die Nachfrage nach Arbeitskräften nehme weiterhin zu, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Der deutsche Maschinenbau erzielte ein sattes Auftragsplus in Höhe von +21 Prozent im Mai 2011 gegenüber dem Vorjahr.

Unterdessen ist eine Beteiligung des Privatsektors beim nächsten griechischen Rettungspaket in greifbare Nähe gerückt. Die deutschen Banken wollen sich in einer Höhe von 3,2 Milliarden Euro beteiligen. Ähnliche Vereinbarungen auf Freiwilligenbasis werden derzeit in weiteren Euroländern wie Frankreich aufgesetzt. In diesem Zusammenhang wird jedoch entscheidend sein, wie sich die Ratingagenturen verhalten.

Wenn die Bonität Griechenlands auf „D“ für Zahlungsausfall abgestuft wird, dann wäre die Beteiligung des Privatsektors hinfällig, da dies zu Abschreibungen griechischer Staatspapieren in den Bankenbilanzen führen würde. Allerdings verhandelt die Eurogruppe offenbar parallel mit den Ratingagenturen und übt Drück aus über die europäischen Finanzaufsichtsbehörden. Die Agenturen schweigen derzeit, obwohl sie vor einigen Tagen noch erklärten, dass man auch bei einer Beteiligung des Privatsektors auf Freiwillgenbasis die Bonität Griechenlands auf Zahlungsausfall verringern würde.