Euro bleibt Teuro trotz US-Arbeitsmarkt
Am Devisenmarkt lässt sich der Euro nicht aus der Ruhe bringen und steht aktuell bei 1,3155 Dollar. Die Kursgewinne der Gemeinschaftswährung der letzten Wochen kann auch einer überaus guter US-Arbeitsmarktbericht nickt gefährden. Der Verkaufsdruck verfliegt bei EUR/USD 1,3065. Anschließend wird die Marke von 1,3100 zurück erobert.
Der Euro ist immer noch ein Teuro, weil sein langjähriger Durchschnittskurs bei 1,2100 Dollar liegt. Selbst als sich der Eurokurs zu Jahresbeginn in einer Abwärtsspirale befand und zwischen dem 4. Januar und dem 13. Januar 2012 von 1,3072 auf 1,2625 in den Keller rauschte, war der Mittelkurs nicht in Gefahr.
Währungshändler warten mit Spannung, wie der Euro die nächsten Nachrichten wegsteckt. Die von 8,5 auf 8,3 Prozent sinkende US-Arbeitslosenrate konnte der Einheitswährung kaum etwas anhaben. Griechenlands Tanz auf der Rasierklinge hindert den Euro auch nicht mehr daran zu steigen. Vor zwei Jahren haben die Athener Haushaltslöcher noch maßgeblich dazu beigetragen, dass der Euro auf 1,1877 Dollar in den Keller rauschte.
EZB Leitzinssatz
Die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am kommenden Donnerstag steht im Brennpunkt. So könnte Notenbankchef Mario Draghi zum dritten Mal in seiner kurzen Amtszeit am Leitzinssatz drehen. Möglich erscheint einen Verringerung des Schlüsselzinses von 1,00 auf 0,75 Prozent. Zwar liegt die Inflationsrate im Euroraum noch bei 2,7 Prozent und damit recht deutlich über der Zwei-Prozent-Zielmarke.
Allerdings zeigt der Inflationsausblick nach unten, so dass spätestens bis zur Jahresmitte die Teuerung knapp unter zwei Prozent liegen dürfte, wie von der EZB favorisiert. Die schwächelnde Euroraum-Wirtschaft kann jedoch nicht so lange warten und benötigt jetzt einen weiteren geldpolitischen Impuls. Bis eine Leitzinssenkung anfängt zu wirken, braucht es ohnehin ungefähr sechs Monate.
Wenn die EZB mit dem Schlüsselzins auf 0,75 Prozent runter geht, dann dürfte auch der Euro unter die Marke von 1,30 Dollar fallen. Sollten sich jedoch die Zinsfalken, wie Bundesbankpräsident Jens Weidmann, im EZB-Rat durchsetzen, würde sich Wechselkurs wahrscheinlich im 1,30er Bereich verstetigen.