Euribor Entwicklung 2011: 3-Monats Euribor klettert über 1%

Der 3-Monats Euribor ist über die Marke von ein Prozent gestiegen. Damit befindet sich der viel beachtete Geldmarktsatz erneut über dem Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB hatte bei ihrer geldpolitischen Sitzung am 12./13. Januar 2010 die Leitzinsentwicklung nicht anzurühren. Der Schlüsselzins liegt seit Mai 2009 bei 1,00 Prozent. Gleichzeitig signalisierte EZB-Präsident Trichet eine straffere Geldpolitik. Der Inflationsdruck in der Eurozone habe sich erhöht, so Trichet.

Eine restriktivere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank muss zwangsläufig mit einer steigenden Euribor Entwicklung einhergehen. Eine weitere Normalisierung der Geldmärkte zeichnet sich seit Jahresbeginn 2011 in Form von steigenden Euribor Zinssätzen ab. Die sinkende Euribor Entwicklung Ende 2010 hatte für weniger reibungslos funktionierende Geldmärkte gesorgt.

3-Monats Euribor Entwicklung.

So fiel der 3-Monats Euribor von 1,050 Prozent auf 0,995 Prozent zwischen dem 4. November 2010 und dem 12. Januar 2011. Das erneute Aufkommen der Staatsschuldenkrise erhöhte die Abhängigkeit der Geschäftsbanken von der EZB. So liehen sich viele Geldhäuser direkt bei der Zentralbank. Die Nachfrage an den Geldmärkten war gesunken.

Euribor Prognose 2011

Der Euribor sollte weiter steigen, insbesondere vor dem Hintergrund der anziehenden Inflationsrate und dem robusten Wirtschaftswachstum. Der wirtschaftliche Ausblick habe sich spürbar aufgehellt, sagte der Chef der Deutschen Bundesbank, Axel Weber. Die Inflationsrisiken auf mittlere Sicht könnten sich erhöhen. Allerdings sei derzeit die Inflationsentwicklung noch ausbalanciert, so Weber.

Leitzinsanhebungen im Euroraum könnten früher auf der Tagesordnung stehen als bisher prognostiziert. Neben erhöhten Energiepreisen wird erwartet, dass die steigende Kapazitätsauslastung der Wirtschaft sowie höhere Tarifabschlüssen in der Bundesrepublik Deutschland die Inflationsentwicklung 2011 weiter steigen lässt.