Dollarkurs gnadenlos drückt Euro unter 1,28 USD
Der Dollarkurs setzt den Euro immer stärker unter Druck. So fällt die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar auf ein 16-Monats-Tief. Die Schuldenkrise schlägt erheblich auf den Wechselkurs durch. Obwohl auch die USA einen gewaltigen Schuldenberg von 100 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) vor sich herschieben, bleiben Investoren dem Greenback treu.
Für den Euro Wechselkurs geht es auf 1,2796 USD nach unten um 15:50 Uhr MEZ. Die Einheitswährung verliert in den letzten 18 Stunden 2,11 Prozent auf den Euro. Am Vortag kletterte das Devisenpaar noch auf EUR/USD 1,3072. Die Europäische Zentralbank (EZB) fixiert den offiziellen Referenzkurs am Donnerstagnachmittag bei EUR/USD 1,2832. Damit kostet der Dollar umgerechnet 0,7793 Euro.
Griechenland verunsichert im dritten Jahr der Schuldenkrise weiterhin die Märkte. Der Interims-Premier Lucas Papademos spricht vom Euro-Austritt und einer Staatspleite. Die Troika fordert von den Griechen weitere Sparanstrengungen. Gehaltskürzungen lehnen die Gewerkschaften kategorisch ab. Auch lässt man beim 13. und 14. Monatsgehalt nicht mit sich reden.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Athen bereits im September 2011 die gelbe Karte gezeigt. Der IWF Delegationsleiter Poul Thomsen stellt ernüchternd fest, die griechische Regierung zugesagte Maßnahmen einfach nicht umsetze. Aufgrund der Höhe von 89 Milliarden der im März 2011 fälligen Kredittranche dürften die Kontrolleure diesmal ganz genau hinsehen.
Es wird bereits befürchtet, dass die Griechen die nächste Tranche mit ihren üblichen Versprechen einheimsen, wenige Monate später den Staatsbankrott zu erklären, um sich auf einen Schlag ihren gesamten Zahlungsverpflichtungen zu entledigen. Der Euro-Austritt Athens wäre die Folge und andere Länder wie Portugal könnten fortan die Eurogruppe mit einem ähnlichen Vorhaben hinter den Kulissen erpressen.