Dollarkurs aktuell drückt den Euro auf 1,3162 USD

Am Devisenmarkt purzelt der Euro unter die Marke von 1,32 USD. Der Dollarkurs aktuell hat die Nase vorn. Nachdem letzte Woche die Ratingagentur Standard & Poor’s zugeschlagen hat, sorgt diese Woche Moody’s Investor Service für Aufruhr. Moody’s setzt alle 27 EU-Länder auf den Status „Überprüfen“. Damit droht Triple-A Ländern wie Deutschland und Österreich der Verlust ihrer Top-Bonitätsnote in den nächsten drei Monaten.

Der Euro verbucht sein größtes Tagesminus seit dem 31. Oktober 2011 und rauscht von 1,3381 auf 1,3162 USD in den Keller. So nimmt der Dollarkurs der Gemeinschaftswährung in wenigen Stunden mehr als zwei Cents ab und macht den Euro um -1,64 Prozent weicher. Gegenüber dem Schweizer Franken kann sich der Euro, welcher noch das offizielle Zahlungsmittel in 17 europäischen Ländern ist, behaupten. Der Eurokurs fällt von 1,2380 auf 1,2350 (-0,24 Prozent).

Leitzins

Devisenexperten verweisen auf die Zinsentwicklung 2011 zwischen dem Euroraum und den USA. Die Europäische Zentralbank (EZB) machte in den letzten Wochen die Leitzinsanhebungen von April und Juli 2011 rückgängig. Aktuell liegt der Schlüsselzins im Euroraum wieder bei 1,00 Prozent, wie nach der Finanzkrise. Diesmal dürfte die EZB jedoch noch weiter runter gehen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Derzeit sind jedoch Leitzinssätze mit einem Null vor dem Komma noch nicht drin, weil die Inflation im Euroraum +3,0 Prozent beträgt.

Neben der Eindämmung des Zinsvorteils zwischen Euroland und den Vereinigten Staaten spricht das US-Wirtschaftswachstum 2012 für einen härteren Dollar und ein dauerhaftes Abtauchen des Euros unter die Marke von 1,30 USD. Die volkswirtschaftliche Abteilung der Europäischen Zentralbank unter dem abtretenden Chef-Volkswirt Jürgen Stark prognostiziert ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum 2012 von +0,7 Prozent. In den USA erwartet man mit +2,0 Prozent einen fast dreimal so hohen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

Aus technischer Sicht setzt der Wechselkurs seinen Abwärtstrend fort, wenn die Euro Kursentwicklung zu Beginn des Dienstagshandels an den asiatischen Finanzplätzen unter 1,3200 Dollar notiert. Damit wäre genügend Schwungkraft vorhanden, um die nächste Unterstützung bei EUR/USD 1,3145 zu durchbrechen und sich dem Jahrestief vom 10. Januar 2011 bei 1,2872 zu nähern.