5. Schlussbemerkungen
Ziel der Arbeit war Modelle zur Erklärung von Währungskrisen in Zusammenhang mit der Thailandkrise zu bringen. Zunächst wurde die Zahlungsbilanz im engeren- und im weiteren Sinne (inklusive Devisenbilanz) erläutert. Sodann wurden fixe- und flexible Wechselkurssysteme vorgestellt und die unterschiedliche Wirkung auf die Devisenbilanz der Zentralbank erläutert. Das Modell einer kleinen offenen Volkswirtschaft von Mundell-Fleming wurde illustriert. Mit der Analyse der Wirkung von Geld- und Fiskalpolitik bei flexiblen- und festen Wechselkurssystemen kam es zum Abschluss des ersten Teils. Hierbei muss festgehalten werden, dass in einer kleinen offenen Volkswirtschaft bei flexiblen Wechselkurse nur die Geldpolitik wirksam ist, wohingegen bei festen Wechselkursen die Fiskalpolitik ausschlaggebend ist. Im zweiten Abschnitt wurden vier Modelle zur Erklärung von Währungskrisen vorgestellt. Ausgangspunkt war das Modell von Krugman und die Erweiterung von Flood und Garber die als Modelle der Ersten Generation bezeichnet werden. Kernaussage dieser Modelle ist, dass feste Wechselkurse aufgrund eines kontinuierlichen Anstieg des Budgetdefizits nicht aufrechterhalten werden können. In den Modellen der Zweiten Generation, welche hauptsächlich auf Obstfeld zurückgehen, entstehen Währungskrisen aufgrund von Änderungen der Erwartungen des Publikums bezüglich des Verhaltens der Regierung. Für die Regierung ist es vorteilhaft die geänderten Erwartungen zu erfüllen und demzufolge gibt sie ein festes Wechselkurssystem auf. In den dargestellten Modellen der Dritten Generation werden Währungskrisen durch Schwächen in der wirtschaftlichen- und politischen Struktur ausgelöst. Dabei wird durch Moral Hazard die finanzielle Anfälligkeit eines festen Wechselkurssystems erhöht. Abschließend wurde die Rolle von large players als Verursacher von Währungskrisen untersucht. Diese Theorie wird in der Literatur nicht eindeutig definiert und kann somit weder den Modellen der Dritten Generation, noch einer möglichen zukünftigen Vierten Generation zugeordnet werden. Es wurde beschrieben, wie die Anwesenheit von large players die Währungsmärkte beeinflussen kann. Da diese Modelle noch nicht ausgereift sind, wurden offen gebliebene Sachverhalte analysiert. Im vierten Abschnitt wurde nun die Relevanz der Modelle zur Erklärung von Währungskrisen anhand der Thailandkrise überprüft. Als Auslöser der Asienkrise 1997 und der damaligen Befürchtung, dass sie sich zu einer Weltwirtschaftskrise ausweiten könne, kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. Die Modelle der Ersten und der Zweiten Generation sind nicht relevant für die Thailandkrise. Weder waren kontinuierliche Budgetdefizite noch eine Änderung der Erwartungen Auslöser der Krise. Moral Hazard vergrößerte wirtschaftliche- und politische Schieflagen und löste damit die Thailandkrise aus. Der Behauptung, dass die Krise durch die Fundamentaldaten nicht gerechtfertigt sei und von großen Hedge Fonds ausgenutzt wurde, um Gewinne zu maximieren, wurde eine klare Absage erteilt. Diese Marktteilnehmer waren die Ersten, welche die Schieflagen erkannt haben. Sie konnten aufgrund der relativ geringen Positionen lediglich zwei Monate vor der Aufgabe des fixen Wechselkurssystem die thailändische Zentralbank unter Druck setzen. Large players waren aber nicht der Grund für die Thailandkrise. Sie spielten unmittelbar vor der Abwertung des thailändischen Baht am 2. Juli 1997 aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen Verkaufspositionen keine entscheidende Rolle.