CHF Kursentwicklung 2011: Schweiz bindet sich an Euro
Am Devisenmark läutet die Schweiz die nächste Runde im weltweiten Währungskrieg ein. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) koppelt die CHF Kursentwicklung an den Euro und verkündet einen Mindestkurs von EUR/CHF 1,20. Nach der Medienmitteilung der SNB schnellt der Eurokurs in minutenschnellle von 1,1160 auf 1,2054 CHF (+8,01 Prozent) nach oben.
„Die gegenwärtige Überbewertung des Schweizer Frankens stellt eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft dar“, warnt die SNB. Man strebe daher eine deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens an. Die Nationalbank toleriere ab sofort keinen Euro CHF Kurs unter dem Mindestkurs von 1,20. Um den Mindestkurs durchzusetzen, sei man bereit unbegrenzt Devisen zu kaufen, erläutern die Schweizer Notenbanker.
Um die Euro CHF Kursentwicklung dauerhaft über 1,20 zu halten, auch wenn sich die Euro Schuldenkrise fortsetzt, müsste die SNB womöglich zwischen 500 und 1.000 Milliarden Dollar (354-709 Milliarden Euro) Fremdwährungen ankaufen. Zu diesem Ergebnis kommt der Währungsexperte Derek Halpenny von Bank of Tokyo- Mitsubishi UFJ.
Politik und Wirtschaft drängten die Schweizerische Nationalbank (SNB) in den letzten Tagen immer stärker zu einer Kopplung der CHF Kursentwicklung an den Euro. Ein Grund dafür ist, dass viele größere Unternehmen im nächsten Jahr nicht mehr abgesichert sind gegen einen stärkeren Schweizer Franken. Die entsprechenden Optionen und Terminkontrakte im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanungen laufen aus.
Dies könnte eine Abwanderungswelle und die massive Verlagerung von Produktionskapazitäten nach sich ziehen. Wenn die großen Schweizer Unternehmen ihre Fabrikhallen im Euroraum aufbauen, wären davon auch kleinere- und mittlere Unternehmen betroffen. Vor diesem Hintergrund erscheinen die enormen Risiken, welche die SNB eingeht, tolerierbar.