Börsen freuen sich auf Griechen-Rausschmiss
Griechenland steht unmittelbar vor dem Austritt aus dem Euro. Die Finanzmärkte finden das gut, wäre doch eine jahrelange Hängepartie beendet und die Eurogruppe könnte sich darauf konzentrieren die Lage in Spanien und Portugal dauerhaft zu stabilisieren. Athen scheitert mit seinem jüngsten Anlauf den Euroraum zu erpressen.
Trotz griechischen Drohgebärden, dass man den Schuldendienst einstellen werde, schafft der Dax ein Wochenplus. Der deutsche Aktienindex klettert von 6.515 auf 6.550 Punkte (+0,54 Prozent). Die Eurozone stutzt Griechenland zurecht. Mittlerweile reden EU-Kommission, Europäische Zentralbank und das deutsche Finanzminister ganz offen über einen Austritt der Hellen aus dem Euro. Dieser sei verkraftbar und Europa würde nicht untergehen, sagte Wolfgang Schäuble der „Rheinischen Post“.
Den nächsten Tiefschlag dürft die Athener-Politikerklientel in der nächsten Woche bekommen. Sodann wird der neu ernannte französische Präsident, François Hollande, Griechenland sehr wahrscheinlich dazu auffordern, sich an seinen Teil der Abmachung zu halten. Derweil redet der Chef der zweitstärkste Partei Griechenlands, Alexis Tsipras, von Eurobonds, der Beendigung des Schuldendienstes und einem Ende des Reformprogramms.
Die Ratingagentur Fitch teilte mit, dass die Ausblicke für die Kreditwürdigkeit aller Euroländer auf „negativ“ gesetzt werden würde, sollte Griechenland den Euroraum verlassen.
„Also ich glaube, dass die Eurozone es verkraften könnte. Schön wäre es natürlich nicht, weil wir brechen einen wichtigen Stein heraus und prinzipiell ist ja die Unumkehrbarkeit der Währungsunion ihr konstituierendes Merkmal. Und wenn ein Land dann auf einmal doch ausscheiden würde, dann würden sich natürlich alle fragen, ist das erst der Anfang, kommt dann das nächste Land, ist die Währungsunion insgesamt gefährdet. […] Also es ist nicht so, dass man sagt, das können wir locker abhaken, das will auch niemand, aber ich glaube, die unmittelbaren Auswirkungen wären begrenzt“, sagt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.