Banken belasten Eurozone
31. Juli -- Ein neuer Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) über die wirtschaftlichen Aussichten besagt, dass eine nachhaltige Erholung der Eurozone ungewiss sei.
Die Reaktivierung des Bankensektors und eine Fortführung der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank seien entscheidend, um auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Der Chef der Europa-Abteilung des IWF, Marek Belka, sagte, ein entschiedenes politisches Vorgehen zur Wiederbelebung des Bankensektors sei erforderlich.
Je mehr Anstrengungen unternommen werden den Banken behilflich zu sein ihre Bilanzen zu verbessern, umso stärker werde die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone ausfallen. Um Vertrauen wieder herzustellen, wären öffentliche Banken-Stresstest wie in den USA ein vernünftiges Instrument.

Wirtschaftswachstum Eurozone (in %) seit der Einführung des Euro.
Aktuell sei der deflationäre Druck aufgrund von Output-Gaps besorgniserregend, da für 2009 und 2010 mit jährlichen Inflationsraten von deutlich unter 2% auszugehen ist. Fallende Preise bremsen Unternehmensgewinne und sorgen für vorläufigen Konsumverzicht bei Verbrauchern, da Kaufentscheidungen aufgeschoben werden in der Hoffnung in Zukunft weniger zu bezahlen.
Die heute veröffentlichte Projektion für die jährlichen Inflationsrate liegt mit -0,6% unter den erwarteten -0,4% und bestätigt die Voraussage des IWF, dass keine Inflationsgefahren in 2009 und 2010 für die Eurozone bestehen. Insgesamt kann der Bericht des IWF als negativ für die europäische Gemeinschaftswährung gewertet werden.
Aktuell scheinen sich die negativen Erwartungen für die Eurozone im Währungsverhältnis EUR/USD nicht wiederzuspiegeln. Zu groß ist die Nachrichtendominanz der USA vor de Hintergrund einer 50% Aktienrallye seit März 2009. In Paaren wie EUR/AUD, EUR/NZD oder EUR/CAD kann jedoch ein gewisse Euro-Schwäche zum jetzigen Zeitpunkt ausgemacht werden.
Allerdings ist schwierig zu beurteilen, wie viel der jüngsten Aufwertungen von AUD, CAD, und NZD gegenüber EUR auf gestiegene Risikobereitschaft und Aktienrallye zurückzuführen ist und welche Rolle die ungewissen Wachstumsaussichten der Eurozone bereits gespielt haben.