USD/JPY weiter im Blickpunkt

30. Juli -- Die Zinsdifferenz zwischen US- und japanischen Staatsanleihen steigt weiter, aufgrund von steigenden Renditen bei Festverzinslichen in den USA. Bei der Versteigerung von 5-Jährigen US-Staatsanleihen (5Y Notes) gestern lag das Bid-to-Cover Verhältnis bei 1,92. Zum Vergleich: Bei der Versteigerung von 5Y Notes vor einem Monat wurde noch ein Bid-to-Cover Verhältnis von 2,58 erzielt.

Das niedrigere Bid-to-Cover Verhältnis muss durch steigende Renditen kompensiert werden. Jedoch lassen sich die durchschnittlichen Renditen von den Versteigerungen schlecht vergleichen, da bei der Auktion am 24. Juni 37 Milliarden US-Dollar mit einer durchschnittlichen Rendite von 2,619% platziert wurden, wohingegen bei der Auktion gestern 39 Milliarden mit einer durchschnittlichen Rendite von 2,590% versteigert wurden.

Sehr gut kann man den erhöhten Sättigungsgrad von US-Staatsanleihen durch die Zuteilungen zum Höchstzinssatz sehen (Vgl. Dateianhang Juni und Juli). Dies ist der höchste Zinssatz den Investoren bereit waren bei den Versteigerungen zu bezahlen. Im Juni wurden 23,37% des Emissionsvolumen zum Höchstzinssatz zugeteilt, wohingegen bei der Versteigerung gestern der Wert bei 31,16% lag. Dies zeigt, die US-Regierung muss mehr Rendite zahlen, um ihre Anleihen erfolgreich am Markt platzieren zu können.


Spread zwischen 2 Jährigen US- und japanische Staatsanleihen steigt.

Für USD/JPY bedeutet dies Aufwärtspotential, da die Differenz (Spread) zwischen 2-Jährigen US- und japanischen Staatsanleihen aktuell 0,904% beträgt und eine steigende Tendenz aufweist.  Am 18. Juni lag der Spread bei 0,885% und USD/JPY wurde in diesem Zeitraum zwischen 95,50-97,50 gehandelt.

Die Risiken einer USD/JPY Abwärtsbewegung bestehen in einem deutlichen Rückgang der US-Aktienmärkte (z.B. S&P 500 unter 900 Punkten) sowie den anstehenden Wahlen in Japan. Die langjährige Regierungspartei LDP könnte erstmalig abgelöst werden und ein Regierungswechsel würde eine vorübergehende Yen-Aufwertung rechtfertigen.

Die Pläne der Opposition sehen vor, weniger Geld in Infrastrukturmaßnahmen zu verwenden, sondern den Bürgerinnen und Bürgern mehr Geld für Konsum zur Verfügung zu stellen. Dies würde mittel- bis langfristig inflationär wirken und mit einer weiteren Yen Abwertung in Einklang stehen.

Das Risiko einer erneuten Abwärtsbewegung unter USD/JPY 90,00 ist insgesamt überschaubar, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Aufwärtsbewegung deutlich größer ist und für attraktive Risiko-Renditeverhältnisse bei USD/JPY Kaufpositionen sorgt. USD/JPY notiert aktuell um 11:33 Uhr bei 95,02.

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