Wahlen in Japan und USD/JPY (1)

24. August -- Am Sonntag finden japanische Parlamentswahlen statt. Die Wahlen zum japanischen Abgeordnetenhaus sind in ihrer Wichtigkeit  vergleichbar mit Bundestagswahlen. Nach den aktuellen Umfragen wird die Demokratische Partei Japans (DPJ) die langjährige Regierungspartei LDP ablösen.

Die Liberaldemokraten (LDP) regierten Japan ununterbrochen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis auf einen Zeitraum von 10 Monaten. Nachdem die DPJ bereits im Oberen Haus (vergleichbar mit Bundesrat) die Mehrheit erobert hatte, rechnen einige Institute sogar mit einem erdrutschartigen Sieg der DPJ am kommenden Sonntag.

Der amtierende japanische Premierminister Taro Aso (LDP) möchte den Umfragen wenig Glauben schenken und sagte, die Zustimmungswerte seiner Partei können sich innerhalb von wenigen Tagen ändern. Der Parteivorsitzender der DPJ und Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten Yukio Hatoyama erklärte derweil, die DPJ strebe auch im Falle einer absoluten Mehrheit eine Koalitionsregierung an.

Auswirkungen auf USD/JPY

Nach dem jetzigen Erkenntnisstand sieht es danach aus, dass die DPJ im Falle einer Regierungsmehrheit Infrastrukturprojekte der LDP aus den Konjunkturprogrammen nicht in gleichen Maße weiterführen würde und den Bürgern mehr Geld für Konsum durch Steuererleichterungen bereitstellen könnte.

Unter dem Strich bedeutet dies eine schneller steigende Staatsverschuldung als unter der LDP und die Ausgabe neuer Staatsanleihen. Ein Szenario, dass als JPY negativ gesehen werden muss.

Bei den japanischen Aktienmärkte scheint ein möglicher Regierungswechsel leicht positiv aufgenommen zu werden. Auch vor dem Hintergrund, dass die DPJ eventuell Unternehmen durch die Erhöhung des Mindestlohnes belasten könnte.

Die Devisenmärkte reagieren grundsätzlich nicht so schnell wie die Aktienmärkte und reagieren auf einen erhöhten politischen Ungewissheitsgrads mit verhaltenen Kursbewegungen.

Sobald das Ergebnis jedoch feststeht, könnten hohe Schwankungen in USD/JPY die kurzfristige Folge sein, um die neuen, relevanten Informationen im Wechselkurs zu verarbeiten.