EUR mit fundamentalen Rückenwind
21. August -- Die Einkaufsmangerindizes (PMI) aus Deutschland, Frankreich und der Eurozone sind besser als erwartet herausgekommen. Dies hat zu einem Test des Widerstandes bei EUR/USD 1,4303 geführt um ca. 9:45 Uhr und 9:57 Uhr.
Insbesondere die PMI's für das verarbeitende Gewerbe sind ein verlässlicher Frühindikator und liegen in Deutschland mit einem Wert von 49,0 so hoch wie seit August 2008 nicht mehr. In Frankreich hat man Indexstände von 50,2 zuletzt im Mai 2008 gesehen.
Bei den PMI's handelt es sich um Diffusionsindizes, wobei Werte größer als 50 mit wirtschaftlicher Expansion einhergehen. Daneben muss angemerkt werden, dass es sich bei dem PMI's von heute um vorläufige Werte handelt (Flash Estimates), die jedoch in der Regel sehr nahe an den tatsächlichen Endwerten liegen bzw. oft mit diesen übereinstimmen.
Institutionelle Marktteilnehmer erhalten die PMI's zwei Minuten vor der offiziellen Veröffentlichung, was eventuell heute bei dem starken Anstieg von EUR/USD eine Rolle gespielt haben könnte.
EZB sieht Wachstum Mitte 2010
EZB Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi hat signalisiert, dass die EZB alles tun werde, um einen Anstieg der Inflation zu verhindern. Bisher gehe man bei der EZB mit einer expandierenden Eurozonen-Wirtschaft ab Mitte 2010 aus.
Diese Projektion könnte sich als falsch herausstellen, nachdem Deutschland und Frankreich die Talsohle offensichtlich schneller durchschreiten als ursprünglich angenommen. Aufgrund des Aufbaus von Lagerbeständen und der anziehenden Exportmärkte in Asien und Osteuropa sind Wachstumsraten in Deutschland und Frankreich im 2. Halbjahr 2009 zwischen +0,6-+0,9 realistisch.
Daneben zeigen Indikatoren wie Verbrauchervertrauen und Einzelhandelsumätze, dass sich Finanzkrise und Rezession nicht nachhaltig auf die Kauflaune der französischen- und deutschen Verbraucher ausgewirkt hat. Dies ist ein klarer Pluspunkt für die Eurozone im Vergleich zu den USA und Großbritannien. In beiden Ländern sind die Verbraucher u.a. aufgrund des starken Verfalls bei den Häuserpreisen tief verunsichert.
Eine schneller als erwartete Erholung der Eurozone steht in Verbindung mit Zinserhöhungsfantasien durch die EZB und gibt EUR/USD zusätzlich Rückenwind.