USD/JPY bricht ein
14. August -- USD/JPY verliert in dieser Woche mehr als 3% und wird um 16:38 Uhr bei 94,54 gehandelt. Die sinkenden Spreads bei 2-jährigen Staatsanleihen sowie fallende Aktienmärkte beschleunigen am Freitag die Abwärtsbewegung.
Nachdem die Unterstützung bei 94,61 nach unten durchbrochen wurde, konnte ein vorzeitiges Tief bei 94,43 ausgebildet werden. Die Aufwärtstrendlinie bei 95,30 wurde bereits in der Tokio-Session gebrochen.
Am vergangenen Freitag kam es im Anschluss an den US-Arbeitsmarktbericht zu einer Übertreibung nach oben, die Kursbewegung in den letzten zwei Tagen legt eine zu schnelle Bewegung nach unten nahe. Die hohen Schwankungen in USD/JPY zeigen wie nervös die Finanzmärkte weiterhin sind, trotz einer Erholung der fundamentalen Lage.

Der sogenannte LIBOR-OIS Spread ist in dieser Woche unter 25 Basispunkte (0,25%) gesunken, ein Wert der zuletzt im Januar 2008 erreicht wurde. Der LIBOR-OIS Spread zeigt die Bereitschaft von Geschäftsbanken sich untereinander Geld zu leihen.
Niedrige Werte, z.B. unter 0,25% bedeuten eine erhöhte Bereitschaft Kredite zu gewähren, wohingegen Werte wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise bei 3,64% als mangelndes Vertrauen der Banken untereinander interpretiert wird. Der ehemalige Fed-Chef Greenspan bezeichnete Werte unter 0,25% als "normal".
Es bleibt jedoch abzuwarten, ob LIBOR-OIS unter 0,25% verbleiben kann, insbesondere wenn Banken ihre Risikovorsorge anheben und erhöhter Abschreibungsbedarf bei Unternehmenskrediten droht Bankenbilanzen weiter zu belasten.

Der Spread von 2-jährigen US und japanische Staatsanleihen liegt aktuell bei 0,77%.
Der zuverlässigste fundamentale Indikator um USD/JPY Kaufpositionen zu handeln, bleibt weiterhin die Renditeentwicklung bei 2-Jährigen US-Staatsanleihen bzw. der Spread zwischen 2-jährigen US- und japanischen Anleihen. Ein steigender Spread kann als Filter für Kaufpositionen verwendet werden.
Der Zusammenhang steigende US-Aktienmärkte - steigender USD/JPY Wechselkurs verliert an Bedeutung.