EUR: Fundamental angeschlagen
11. August -- EUR/USD gibt weiter charttechnisch und fundamental verschiedene Signale. Fundamental spricht einiges für eine US-Dollar Aufwertung gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung. Auch vor dem Hintergrund des Treffen der Fed heute und morgen.
Im Gegensatz zur Bank von England wird nicht erwartet die Fed werde ihre unorthodoxen Maßnahmen (z.B. Ankauf von Staatsanleihen, MBS, Anleihen staatsnaher Unternehmen wie Fannie Mae, Freddie Mac) ausweiten. Es muss sogar damit gerechnet werden, dass einige Programme aus der Fed-Toolbox reduziert werden.
Daneben wird immer wieder diskutiert, die Fed könne Einlagen nach dem Vorbild der Europäischen Zentralbank verzinsen, was zusätzlich Liquidität aus dem System ziehen könnte. Dem FOMC Statement kommt morgen somit eine Schlüsselrolle zu, auch wenn die amerikanischen Leitzinsen unverändert bei 0-0,25% bleiben werden.

US-Leitzinsen sog. Fed Funds Rate 2005-2009.
Eine Wirtschaftsberaterin von Präsident Obama, Laura Tyson, sagte die Erholung der US-Wirtschaft sei nach wie vor ungewiss. Das Wachstum im 2. Halbjahr werde insbesondere durch die Erhöhung von Lagerbeständen sowie das US-Konjunkturpaket gespeist.
Es könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden, was passiere wenn die Konjunkturpaket-Dollars zurückgehen und ob die US-Wirtschaft und der Privatsektor sodann stark genug seien, um eigenständig zu wachsen. Laura Tyson hat vor ca. 2 Monaten ein weiteres US-Konjujnturpaket ins Gespräch gebracht.
Charttechnisch
Mit dem Tief von gestern bei 1,4104 ist der Aufwärtstrend auf dem Tages-Chart erneut bestätigt worden. Technisch besteht nun Aufwärtspotential bis 1,4290-1,4300. Sollte jedoch in den nächsten Tagen ein Bruch bei 1,4104 stattfinden, ist mit einer Bewegung auf mindestens 1,4000-1,4010 zu rechen.

Trotz des charttechnischen Aufwärtstrend liegen die Risiken beim Euro und eine erneute Bewegung unter 1,4000 ist wahrscheinlicher als die Bildung eines neuen Hochs über 1,4447.