Marktübertreibungen / Overshooting

Flexible Wechselkursnotierungen sind dafür berüchtigt, dass sie zuweilen über des Guten hinausschießen. Diesem so genannten Overshooting muss nicht notwendigerweise eine Änderung des Marktsentiments z.B. von bullish auf baerish vorausgehen. Eines der besten Beispiele für Overshooting war der starke Anstieg in EUR/USD vom 08.12.2008 - 18.12.2008 auf 1,4720, ausgelöst durch die Leitzinssenkung der Fed auf 0-0,25% sowie Devisenumschichtungen von Zentralbanken.

Overshooting vorherzusagen ist nahezu unmöglich für private Marktteilnehmer, die nur schwer an Informationen zu Volumen und Kapitalflüssen kommen und in der Regel keine quantitativen Modelle haben wie die Banken, die am Interbanken Handel teilnehmen und praktisch Wechselkurse von der Quelle beziehen.

Leider kann man Overshooting erst erkennen, wenn es fast schon zu spät ist und man steht vor der Entscheidung dem Overshooting zu folgen, auf ein Ende zu spekulieren oder einfach abzuwarten. Letzteres ist sicherlich zumeist die beste Wahl. Schaut man sich derzeit EUR/USD an, so besteht eine latente Gefahr des Overshooting über 1,4000. Ein Wechselkursverhältnis, welches aus fundamentaler Sicht wenig gerechtfertig erscheint.