Aufmerksamkeit für Europa

7. August -- Die Bank von England (BoE) hat für viele Marktteilnehmer überraschend das Programm zum Ankauf britischer Staatsanleihen (Unorthodoxe Maßnahmen) um 50 Milliarden auf insgesamt 175 Milliarden Pfund erhöht.

Daneben wurde von der BoE beschlossen mit den Laufzeiten der zum Kauf berechtigten Staatsanleihen bis auf 3 Jahre herunter zu gehen. Die Leitzins in Höhe von 0,5% blieb unverändert. In der Presseerklärung der Bank von England heißt es, die Rezession in Großbritannien sei tiefer als ursprünglich angenommen.

Für die zukünftige Entwicklung von Wachstum und Inflation sei entscheidend, wie sich geld- und fiskalpolitische Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft  „durch das System" arbeiten. Weiterhin müsse beobachtet werden, inwieweit sich die Restrukturierung der Bankenbilanzen negativ auf die Kreditvergabe auswirke.


Leitzinsen (Minimum Lending Rate) der Bank von England von 2006-2009.

Interessant ist, dass die Bank von England in ihrer Presseerklärung die Abwertung des britischen Pfund als Stimuli für die Volkswirtschaft bezeichnet.

"...there is a considerable stimulus still working through from the easing in monetary and fiscal policy and the past depreciation of sterling."

GBP/USD hat nach der Presseerklärung stark verloren und liegt bei aktuell mit 1,6730 ca. 310 Pips unter dem Wochen-Hoch. Weitere GBP/USD Abwertungen scheinen unausweichlich, insbesondere vor dem Hintergrund der Ausweitung der unorthodoxen Maßnahmen.

EUR/USD

Trotz des aktuellen deflationären Umfelds geht die Europäische Zentralbank von einer Rückkehr zu jährlichen Inflationsraten zwischen 1-2% bis zum Ende des Jahres aus. Die Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar wirkt neben Output Gaps und steigender Arbeitslosigkeit deflationär. Die Erholung der Eurozone steht weiterhin auf sehr wackligen Füßen insbesondere vor dem Hintergrund einer Kredithürde und drohenden Kreditklemme.

Charttechnisch würde heute ein Schlusskurs am Ende der New York Session unter EUR/USD 1,4300 den Weg frei machen für weitere Kursverluste in der nächsten Wochen. Es muss von einem schlechter als erwarteten US-Arbeitsmarktbericht ausgegangen werden. Jedoch auch bei leicht besser als erwarteten Zahlen erscheint das EUR/USD Hoch vom Mittwoch bei 1,4447 sicher.