US-Dollar mit ungewisser Zukunft

EUR/USD hat nach dem US-Arbeitsmarktbericht ca. 300 Pips verloren und ist bei 1,3960 aus dem Freitagshandel gegangen. Zwar lagen die Jobverluste mit 345.000 unter den prognostizierten 520.000, jedoch ist gleichzeitig die Arbeitslosenquote von 8,9 auf 9,4 Prozent gestiegen. Es sind verstärkt neue Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt gekommen, welche die Anzahl der Erwerbslosen zusätzlich erhöht hat.

Der US-Dollar kann auch zulegen, weil man noch in diesem Jahr mit einer Leitzinserhöhung in den USA rechnet. Bei dem derzeitigen Niveau zwischen 0-0,25 Prozent und steigenden Inflationserwartungen, ist es mittelfristig nur eine Frage der Zeit bis die amerikanische Fed die Leitzinsen erhöhen muss und das Geldangebot verringert.

US-Dollar weiter mit Risiken

Der US-Dollar steht kurzfristig weiter vor Risiken. So muss damit gerechnet werden, dass die Fed bei Ihrem nächsten Treffen am 23./24. Juni die unorthodoxen Maßnahmen noch einmal ausweitet und den Kauf von US-Staatsanleihen, Mortgage Backed Securities und Anleihen staatsnaher Unternehmen (Agency Debt) weiter erhöhen könnte.

Sollte es dazu kommen, würde dies den US-Dollar wieder unter Druck bringen. 10-Jährige US-Staatsanleihen (T-Notes) sind am vergangenen Freitag auf 3,83 Prozent gestiegen. Um eine weitere Erholung am US-Immobilienmarkt zu gewährleisten, sollten die Renditen nicht in diesem Tempo steigen.

Neue Weltreservewährung

Der Co-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) Lipsky hat bei einer Podiumsdiskussion am Wochenende in St. Petersburg gesagt, dass die Möglichkeit bestehe, eine neue Reservewährung zu schaffen, die den US-Dollar mittel- bis langfristig ablösen könnte. Als Basis dafür könnte die Buchwährung des Internationalen Währungsfonds, die sog. Special Drawing Rights (SDR), genommen werden.

Special Drawing Rights ist ein Währungskorb bestehend aus US-Dollar, Euro, Japanischen Yen und Britischem Pfund. Die aktuelle Gewichtung der einzelnen Währungen in dem Korb ist abhängig vom internationalen Handelsvolumen des jeweiligen Währungsraumes. Für den Zeitraum 2006-2010 hat der IWF den US-Dollar mit 44%, den Euro mit 34% sowie Yen und Pfund mit jeweils 11% gewichtet.

Lipsky sagte auch, man müsse die SDR’s zunächst von ihrer Bindung an andere Währungen abkoppeln und eine internationale Organisation schaffen nach dem Vorbild einer Zentralbank, welche mit der Emittierung beauftragt werden müsste.

Noch 70 Prozent in US-Dollar

Ca. 70 Prozent der weltweiten Devisenreserven werden in US-Dollar gehalten. Eine Ablösung oder Reduzierung hätte zweifelsfrei negative Auswirkungen auf den Wert des US-Dollars. Bei einer Podiumsdiskussion im April 2009 hat US-Finanzminister Geithner aufgrund eines Versprechers gesagt, er stehe einem Vorschlag aus China die SDR’s stärker zu nutzen offen gegenüber.

EUR/USD wurde innerhalb weniger Sekunden nach dem Kommentar um 150 Pips nach oben katapultiert, da man Geithner so interpretiert hat, dass er bereit wäre den US-Dollar als Reservewährung aufzugeben. In den USA kommentiert das Finanzministerium den Außenwert des US-Dollar und nicht die Fed. Da es ein Versprecher war, hat Geithner am Ende der Podiumsdiskussion mehrmals erklärt, dass der US-Dollar noch lange Zeit die dominierende weltweite Währung bleibe und konnte somit die harsche Marktreaktion wieder rückgängig machen.