EZB und Kreditklemme
2. Juli -- Heute fallen EZB-Pressekonferenz und Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichtes zusammen um 14:30 Uhr. Die EZB wird den Leitzinssatz bei 1% belassen und gleichzeitig Einzelheiten über den geplanten Ankauf von Pfandbriefen in Höhe von 60 Milliarden Euro bekanntgeben.
Bundesbank-Chef und EZB-Ratsmitglied Weber hat gesagt, dass die Geschäftsbanken die von der EZB bereitgestellte Liquidität nicht in ausreichendem Maße an Unternehmen und Verbraucher weitergeben. Notfalls müsse die EZB direkt an Unternehmen Geld leihen.
Die EZB hat in der vergangenen Woche 442 Milliarden Euro an Geschäftsbanken ausgegeben im Rahmen eines 1 Jahres Tenders und muss zur Kenntnis nehmen, dass ein Großteil des Geld von den Geschäftsbanken nicht dem Wirtschaftskreislauf zugeführt wird. Stattdessen wird das Geld auf EZB-Konten geparkt und mit 0,25% durch die EZB verzinst (Einlagenfazilität).
Das unter den Erwartungen liegende Geldmengenwachstum m3, welches am Dienstag veröffentlicht wurde, zeigt ebenfalls die Tendenz einer Kreditklemme in der Eurozone und eines nicht ordnungsgemäß funktionierenden Bankensektors.
Mit einem Eingreifen der EZB, also der Versorgung von Unternehmen mit Zentralbankgeld, muss aktuell noch nicht gerechnet werden. Die Probleme im europäischen Bankensektor werden von den zuständigen Politikern nicht angegangen wie in den USA.
Die mangelhafte Lösungskompetenz im Bereich deutsche "Bad Banks" (das Bad Bank Modell wird seit Dezember 2008 von der Bundesregierung diskutiert) sowie die breite Ablehnung von öffentlichen Bankenstresstests helfen nicht, um Vertrauen im Finanzsektor wieder herzustellen.